18.05.2020 Kategorie: Aktivitäten KBV

Das Ministerium für Umwelt Landwirtschaft und Ernährung hat in seiner letzten Ausgabe zur Agrarförderung 2/2020 die Förderungsmodalitäten zum Schutz der Weidetiere vor dem Wolf veröffentlicht. Antragsteller, der Förderungen sind verpflichtet an einer Schulung über wolfsabweisende Zäunung teilzunehmen, um Förderungen zu erhalten.

Hat das Wolfskompetenzzentrum in Iden bei der Beratung zum Herdenschutz versagt? Seit Bestehen des WZI gibt es Beratungen zum Zaunbau und zur Sicherung der Weidetiere, um das Risiko eines Übergriffes zu minimieren. Öffentlich und als sehr erfolgreich dargestellt auch beim Symposium zum Wolf in Halberstadt. Warum nun eine Schulung zum Zaunbau?

Möchte man die stetig wachsenden Risse an Nutztieren nun dem schlechten Zaunbau der Landwirte unterschieben?

Im Merkblatt 2019 zur Förderung von Maßnahmen des Herdenschutzes vor dem Wolf ist beschrieben, wie Zäune zum Schutz der Weidetiere gebaut werden müssen, dies ist einzuhalten und ausreichend.

Der Begriff wolfsabweisende Zäunungen ist nicht korrekt. Hat ein Wolf gelernt, Zäune zu überspringen und Beute so leichter zu jagen, wird das Erlernte nach Aussage hochrangiger Wissenschaftler an die Nachzucht weitergegeben.

Ein Ablenkungsmanöver um die Umsetzung der Änderungen im Bundesnaturschutzgesetz § 45a nicht zu vollziehen. Wir fordern dies zwingend, die Rissstatistik ist deutliches Indiz dafür endlich zu handeln. Als Verursacher können nicht die Nutztierhalter an den Pranger gestellt werden.

Die bisherigen Risse im Jahr 2020 zeigen das Versagen beim Herdenschutz des WZI sehr deutlich. 171 getötete Nutztiere durch den Wolf von Januar bis Ende April 2020. In 2019 gab es insgesamt 247 gerissene Tiere. Wo endet die Statistik in diesem Jahr?

 

Vorkommen und Risse Wölfe 2007 – 2020

Quelle WZI 2020