25.06.2020 Kategorie: Aktivitäten KBV

Im Februar 2020 stellte das Landesamt für Hochwasserschutz in Groß Garz die ersten Ergebnisse und Varianten für eine Wahrenberger Deichrückverlegung den Anliegern, Landwirten und der Verwaltung vor. Es gab im Anschluss an die Vorstellung mehr Fragen und Hinweise als Antworten.

Deshalb ist eine Projektarbeitsgruppe gebildet worden, die am 23. Juni in Seehausen´s Feuerwehrräumen zum ersten Mal zusammen kam.

Eingeladen waren die gleichen Akteure wie im Februar, nochmals wurden die Varianten vorgestellt und wieder ist kontrovers diskutiert worden.

Die Projektumsetzung wird sich von 10-25 Jahre hinziehen, so der Projektleiter des LHW Michael Peukert. Man befindet sich in der Vorplanungsphase, das Ergebnis ist offen und heutiges Ziel soll sein, eine Variante als Favoriten heraus zu filtern.

Was nicht gelang.

Der Planer Jürgen Priebe beschrieb die einzelnen Varianten mit ihren Vorteilen und beantwortete die anfallenden Fragen.

Die Beteiligten äußerten ganz klar, dass sie den Naturschutz vor dem Hochwasserschutz in den Varianten sehen und nicht möchten, dass der NABU durch Flächenkäufe massiv die Struktur verändert. Eigentümer sind wohl schon angesprochen worden.

Der Kreisbauernverband stellte fest, dass von den neuen 12.539 ha Retentionsflächen insgesamt 6575 alleine auf den Landkreis Stendal fallen. Dies ist Nutzfläche, die den Landwirten fehlen wird.

Außerdem ist die Maßnahme der Wahrenberger Deichrückverlegung in den Prioritätenbewertungen mit einem hohen Konfliktpotenzial in der Land- und Forstwirtschaft eingestuft worden, als einer von zweien im 27 Maßnahmen starken Katalog.

Warum hat man sich nicht im Vorfeld von diesem Standort getrennt, wenn klar war, dass hier die Menschen um ihr Hab und Gut kämpfen werden.

In der Maßnahmeerklärung steht „die Wirkung auf die naturschutzrechtlich geschützten Bereiche und Schutzgebietskulissen sind in Summe als vorteilhaft zu bewerten.“ 

Da ist die Befürchtung der Eigentümer und Landwirte nicht von der Hand zu weisen.

Hochwasserschutz ja – Naturschutz ist in dieser Gegend mehr als genug vorhanden.

Die Beteiligten waren sich einig, für den Hochwasserschutz etwas tun zu wollen, aber auf keinen Fall um jeden Preis. Es geht nur miteinander.

Der Weg zum Ziel wird schwer werden, ich hoffe aber gerecht.