01.02.2017 Kategorie: Aktivitäten KBV

Der BV Börde, der Fachausschuss der Schaf- und Ziegenhalter des BV SA, der Landesschafzuchtverband und der Verband der Schaf- und Ziegenzüchter des Landes SA haben zum gemeinsamen Schäferstammtisch nach Niederndodeleben eingeladen, um über das Thema Wolf und Schafzucht zu diskutieren.

Der Saal der Agro „Bördegrün“ war bis auf den letzten Platz gefüllt, dies zeigt, welche Brisanz das Thema hat.

Herr Östereich referierte über die Anzahl der Wölfe in Sachsen Anhalt, die gemeldeten Risse an Nutztieren und stellte fest, dass es keinen hundertprozentigen Schutz vor Wölfen geben kann. Im Anschluss stellte Staatssekretär Rheda das Konzept zum Kompetenzzentrum Wolf vor. „ Informieren-Schützen-Entschädigen“ sind die Schlagworte dazu. Am 15.2. sind die Wolfsbeauftragten in Iden tätig. Ihre Aufgaben werden das Monitoring, die Rissgutachten, die Koordinierung zum Herdenschutz sowie die Beratung der Weidehalter und die Öffentlichkeitsarbeit sein.

Er sprach sich für die Weidehaltung und Deichbeweidung aus sowie für eine schnellere Entschädigung der Weidehalter. Zudem brachte er eine 3. Säule für den Naturschutz ins Spiel, dass von den Anwesenden massiv abgelehnt wurde.

Das Ministerium wird nicht über Obergrenzen diskutieren.

Thomas Prüfer FA Vorsitzender sprach davon, dass unsere Landbevölkerung keine Rolle mehr spielt und das der Wolf nur ein politischer aber kein gesellschaftlicher Wille ist. Die zusätzlichen Aufgaben im Herdenschutz ohne angemessene Entschädigung nicht zu schultern ist und die Weidehaltung in den Ruin treibt.

Nicht der Wolf gehört auf die rote Liste- sondern die Schäfer.

In der weiteren Diskussion wird die angespannte Lage der Schäfer sehr deutlich, die Förderung über Deminimis mit 15.000,-€ über drei Jahre reicht bei weitem nicht mehr aus, hier fordert der Stammtisch eine Höhe von 30.000,-€.

Angemahnt wurde, dass nur 2 Rassen als Herdenhunde gefördert werden sowie nur deren Anschaffung aber nicht die Erhaltung, Pflege, Futter und Ausbildung. Ohne den Wolf hätte man keinen Herdenhund anschaffen müssen.

Die staatliche Finanzierung stellte Herr Dr. Rösler in Frage, 180.000,-€ erscheinen ihm auf Grund der schnellen Populationsrate des Wolfes zu gering.

Die erhitzten Gemüter in der Runde wurden durch die Worte von Staatssekretär Rheda noch einmal aufgeputscht : „ das Futter für die Herdenhunde könnten sie über Tierschutzorganisationen erhalten, die so etwas anbieten würden“ . Ein Afron für die Schäfer.

Baron von Schilling stellte eine einfache Frage an das Präsidium :  Wie kann ich mein Eigentum schützen ?

Wird in kürzester Zeit nicht entschieden wie mit dem Wolf umgegangen wird, ist die Situation in 2-3 Jahren nicht mehr halt- und bezahlbar, ist das Fazit des Wolfsbeauftragten aus der Börde.

Ein Thema dass uns auch weiterhin beschäftigen wird.