17.10.2018 Kategorie: Aktivitäten KBV

Unsere Mitgliederversammlung am 16. Oktober in Stendal war trotz herrlichstem Herbstwetter gut besucht. Themen zum Frühstück waren natürlich die Antragsstellung zur Dürrehilfe mit den vielen „Stolperstellen“ die eingebaut wurden, das Wetter, welches immer noch keinen Regen in Aussicht stellt und die afrikanische Schweinepest.

Nach zahlreichen Beschlüssen, die eine Verbandsarbeit so mit sich bringt, konnten wir aus dem Bundesamt für Risikobewertung Frau Dr. Gaby Fleur Böl begrüßen, die einen teilweise heiteren zumeist aber sehr zum Nachdenken angeregten Vortrag hielt. Thema war “ Glyphosat, Dioxin, Antibiotikaresistenzen- Landwirtschaft zwischen Realität und medialer Wahrnehmung“.

95 Prozent unserer Wahrnehmung steht unter medialen Einflüssen, unser eigenes Wahrheitsgefühl ist außer Kraft gesetzt, da sekündlich neue Schreckensbilder durch den medialen Tunnel gejagt werden. Niemand hinterfragt ob wir fake news aufgesetzt sind oder eine politische Meinungsbildung wie im Fall Glyphosat gezielt angesetzt wird, um den politischen Willen einzelner Parteien durchzusetzen. Glyphosat in der Muttermilch, Glyphosat ist Krebserregend – beides entspricht so nicht der Wahrheit – bewiesen durch Studien des BfR.

bad news is better than good news ????

Sachliche Ebenen sind langweilig und interessieren niemanden mehr. Seitdem die Analytik Einzug gehalten hat, kann man quasi alles filtern was in einem Lebensmittel so drin steckt. Das heißt aber nicht, das es deshalb “ gefährlich“ für die Menschheit ist.

Ein zum Handeln frei gegebenes Produkt hat zB. 10 Mal weniger schädliche Stoffe in sich als man es als schädigend für die Gesundheit einstufen würde. Heißt, wenn man festgestellt hat, dass 400 mg Cumarin ein Kribbeln im Bauch verursachen, dann dürfen nur 100 mg im Produkt vorhanden sein. Man redet hier noch nicht von Schädlichkeit für den Organismus, sondern von Auffälligkeiten.

Als Ansatz für die Nahrungsaufnahme nimmt man den Verbrauch den 3-5 jährige zu sich nehmen, da diese am meisten essen.Die Risikobewertung wird immer für ein durchschnittliches Leben und für besondere Gruppen, wie Allergiker oder Diabetiker berechnet.

Es gibt eine sogenannte Verzehrstudie für jedes Lebensmittel, die in Hoch- und Tiefverzehrer eingeteilt ist. Darin wird auch geklärt, wie viele Schnitzel ich an einem Tag essen könnte, wenn ich könnte, ohne mich zu schädigen.

Daraus folgt, jedes Nahrungsmittel auf dieser Welt ist mit verschiedenen Stoffen belegt. Die einen sind in geringer Dosis schlecht für die Gesundheit, die anderen erst bei massiver Einnahme oder sie sind rein vom körperlichen Aufnahmevolumen unbedenklich, da die Menge, die man essen oder trinken müßte um eine Schädigung davon zu tragen nicht zu schaffen ist.

Eine spannende Sache, der wir mehr auf den Grund gehen müssen, um den Argumentationen einiger Interessengruppen Paroli zu bieten und vor allem den Lebensmitteleinzelhandel für so manche fake news abzustrafen.