07.02.2019 Kategorie: Aktivitäten KBV

Wenn die Felder im Schnee untergetaucht sind, versammeln sich die Mitglieder unseres Verbandes zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung.  In diesem Jahr fehlte der Schnee und deshalb wohl auch einige Mitglieder.

Neu war dieses Mal die Aufteilung in einen internen und einen öffentlichen Teil. Satzungs- und Beitragsänderungen konnten so ohne jegliche Rücksicht auf die Öffentlichkeit im Verband diskutiert werden.

Im öffentlichen Teil brachte unser Vorsitzender André Stallbaum in seinem Geschäftsbericht zum vergangenen Jahr seinen Unmut über die politischen Querschläge des Ministeriums für Umwelt Landwirtschaft und Energie zum Ausdruck. Die Natura 2000 Verordnung, die Beantwortung unseres „ offenen Briefes zur Polderentschädigung“ , die Kastenstandsdiskussion, den Polderneubau in Scharlibbe, die Entschädigungen bei Wolfsrissen die nur 16 % der Kosten welche anfallen decken und vieles mehr…

Auszüge aus dem Geschäftsbericht:

Zur Natura 2000 Situation sagte er:“ Die Profilierung unserer grünen Politiker setzt den Wirtschaftsfaktor Landwirtschaft massiv unter Druck und nimmt in Kauf, dass die Milchproduktion an diesen Standorten keine Chance mehr eingeräumt bekommt.“

Wir Landwirte sind jederzeit bereit, beim Natur- und Artenschutz mitzuwirken, aber es muss anerkannt und bezahlt werden. Schon jetzt liegen die Kosten der Landwirte durch hohe Auflagen aus dem Umweltbereich in Deutschland bei 5,3 Milliarden Euro, heißt umgerechnet auf den Hektar liegen wir bei 260,-€. Damit ist die Flächenprämie weg, die eigentlich für die Einkommenssicherung gedacht ist.

Die melkende Kuh ist ausgemolken, mehr geht nicht.

In seinem Bericht dankte er auch unserem Landrat für seine offene Art dem Verband gegenüber und stellte klar, dass auch der Verband für Berufsverbote eintritt, wenn massive Haltungsdefizite vorliegen und ein Einsehen des Verursachers nicht vorliegt.Einige wenige bringen damit den gesamten Berufsstand in Misskredit, das darf nicht sein.

Natürlich gab es auch ein großes Dankeschön an die Feuerwehren, die mit ihren Einsätzen viele Landwirte vor noch größeren Schaden bewahren konnten.

Die Dürre 2018 brachte viele Landwirte mit Viehbeständen an den Rand des erträglichen. Die finanzielle Lage in den Betrieben ist mehr als angespannt und die Liquiditätsreserven aufgebraucht. Das zeigen auch die 340 Anträge, die allein beim ALFF Altmark zur Dürrehilfe eingegangen sind. Der Verband hat um Vereinfachungen im Antragsverfahren gekämpft, der Bund hat jedoch sehr hartnäckig an selbigem festgehalten.

Trotz aller Widrigkeiten sollten wir positiv in die Zukunft schauen und uns bewusstmachen, dass wir mit und in der Natur arbeiten dürfen – ein Privileg, um das uns zumindest bei „schönem Wetter“ viele beneiden. Vielleicht ist das der Grund, warum der Landwirt hartnäckig an zweiter Stelle der Anerkennung der Wichtigkeit des Berufsstandes für die Gesellschaft hält. Davor kommen nur noch die Ärzte und das sind ja schließlich gottgleiche Geschöpfe – da wollen wir gar nicht erst hin.

Ein weiteres heißes Eisen: die Afrikanische Schweinepest steht vor den Türen Deutschlands. Das Ministerium versichert, gewappnet zu sein für den Ernstfall, jedoch gibt es viele offene Fragen zur Durchführung.

Es stellen sich nach wie vor ganz einfache Fragen der täglichen Abläufe:

  • Beispielsweise in der Mast:
    • Wohin mit den Schweinen, die vermarktet werden müssen, wenn ich im Sperrbezirk liege und kein Rein und Raus mehr möglich ist?
    • Aktuelle Antwort: Überall wo Platz ist – Das kann keine befriedigende Antwort sein, wenn ein wirtschaftliches Desaster für die betroffenen Betriebe droht!
  • Weiterhin ganz banal:
    • Wie können meine Mitarbeiter an den Arbeitsplatz gelangen?

Was ist mit der Versorgung in diesem Bereich?

  • Diese Liste lässt sich endlos fortsetzen und Antworten gibt es derzeit noch zu wenige.

Es gibt noch viel zu tun, um Sicherheit der Bestände zu garantieren.