12.07.2017 Kategorie: Aktivitäten KBV

Die Landtagsabgeordnete Dorothea Frederking veranstaltete in Krumke ihre Sommertour zum Thema „Artenvielfalt schützen „Lösungen und innovative Ansätze für eine Landwirtschaft ohne Pestizide und konnte als Referentin Frau Reinhild Benning von Germanwatch e.V. gewinnen. Die Veranstaltung war gut besucht und auch Landwirte ökologisch und konventionell wirtschaftend waren gespannt zur Aussage wie Artenschutz ohne Pestizide erfolgen kann.

Die Referentin nutzte ihren Vortrag um das widerzuspiegeln, was auch NGOs der Landwirtschaft vorhalten. Schlagworte wie steigender Pestizideinsatz bei nicht steigender Erntemenge, hohe Resistenzen bei Unkräutern, verseuchtes Trinkwasser mit hoher Nitratbelastung auch in Sachsen-Anhalt, hohe Erosionen des Bodens, Rückgang der Artenvielfalt und Glyphosat Rückstände im Urin, im Boden und auf den Pflanzen wurden eingesetzt, um Argumente gegen den Erhalt der 1. Säule im Agrarhaushalt zu definieren.

Schnell durchlaufende Folien sollten dem Zuhörer den Eindruck von Wahrheiten vermitteln. Ein sehr schlecht recherchierter Vortrag.

Leider sind die innovativen Ansätze für eine Landwirtschaft ohne Pestizide untergegangen. Fruchtfolgeänderungen und mechanische Unkrautbekämpfung sind landwirtschaftliches Handwerkszeug aber keine neuen Ansätze.Es ging eher um die Umschichtung von Geldern in den ökologischen Anbau, was kein schlechter Ansatz ist, der aber aus marktwirtschaftlicher Sicht nicht rentabel sein kann.

Laut der Referentin haben wir im Ökomarkt 2stellige Wachstumsraten, bekannt ist, dass etwa 8 % der Bevölkerung sich im Biomarktsegment aufhält und diesen bezahlen kann.

Es geht um Kennzeichnungspflicht von Lebensmitteln dargestellt am Verkauf von Eiern. Die Eierkennzeichnung in 4 verschiedenen Varianten könnte für andere Lebensmittel übernommen werden. Der Verbraucher erkennt so, ob das Lebensmittel aus ökologischem oder konventionellem Anbau oder Haltung stammt und entscheidet selbst. Der Produzent wird belohnt für umweltverträglichen / tierschutzgerechten / ökologischen Anbau / Haltung.

Erklärt wurde das Beispiel so, dass seit der Eierkennzeichnung keine Eier mehr aus Käfighaltung gekauft wurden.Warum nicht? Weil es keine Käfighaltung mehr in Deutschland gibt.

Die Befürchtung der Landwirte ist, dass der Handel und die verarbeitende Industrie die Daumenschrauben trotzdem anzieht und auch für den umweltfreundlichsten Anbauer ein Preis bleibt, der den Aufwand nicht rechtfertigt.

Es fehlt ein Konzept für eine Zusammenarbeit von Produzent, verarbeitende Industrie und Handel.

Es fehlt eine Machbarkeitsstudie zur Aussage wie viele Konsumenten sich diese

Lebensmittel leisten können.

Es fehlt die Erkenntnis, dass Deutschland sich mitten im vereinigten Europa mit verschiedenen Freihandelsabkommen befindet und die Nachfrage auf dem Weltmarkt den Preis bestimmt.

Ich hatte mehr erwartet.