28.10.2019 Kategorie: Aktivitäten KBV

Etwa 300 Teilnehmer aus der Ernährungsbranche trafen sich am 22.10. auf dem Messegelände in Magdeburg. Moderatorin Sina Peschke brachte es auf den Punkt: „Was gestern in der Ernährung noch richtig war, ist heute eher falsch.“

Minister Willingmann sprach von der Gleichbetrachtung von Wirtschaft-Wissenschaft und Handel, führte aber gleichzeitig an, dass seit 2014 nur 7 Forschungsprojekte im Ernährungsbereich in Sachsen-Anhalt gefördert worden sind, ein Armutszeugnis!

Spannend war der Vortrag von Prof. Dr. Hannelore Daniel mit dem Thema

„Lebensmittel, Ernährung, Gesundheit -Quo vadis.

Was sind uns unsere Lebensmittel eigentlich wert, fragte sie und stellt fest – Lebensmittel zuerst – keine Solarpanelle auf fruchtbaren Ackerboden!

Wir brauchen weniger Lebensmittelabfall, wir müssen unser Ernährungsverhalten umstellen, denn 2050 müssen wir ca. 70% mehr Lebensmittel auf der Erde produzieren.

Welche Schrauben müssen wir drehen, damit dies gelingt? Zum einen neue Technologien entwickeln, Ernährung umstellen und neue Proteinquellen nutzen. Dazu zählen Bohnen, Insekten, Muscheln, Algen und Mykoproteine (Nahrungsmittelprotein aus dem Pilz Fusarium graminearum). Leider enthält ein Protein nicht alle wichtigen Stoffe, die unser Körper benötigt und wir essen mehr Proteine als wir brauchen.

Welche Alternativen gibt es jetzt schon?

Stammzellen integriertes Fleisch für ca. 100,00 € / Kilogramm Rind, Schwein, Huhn, Fisch oder auch Leder. Klingt merkwürdig, wird aber erforscht und schon angeboten.

Auch die Milch ohne Kuh wird in der Biotechnologie schon produziert, schmeckt aber scheußlich.

In der Pflanzenwelt entwickelt sich eine Food Revolution, was vor 5 Jahren noch Spinnerei war, ist heute in der weiteren Entwicklung. Alles ohne Pflanzenschutzmittel (glaube ich noch nicht dran), mit Einsatz von Lichtquellen in jedem neuen Kühlschrank möglich. Pflanzen in einer Gelmasse im Kühlschrank wachsen lassen und nach Bedarf dort ernten, klingt futuristisch, wird aber schon in vielen Laboren so „angebaut“.

Die Digitalisierung springt voran, Glykose Sender zeigen uns an, welche Nahrungsmittel gut für unseren spezifischen Körper gut sind. Sensoren scannen unsere Nahrungsmittel auch auf dem Teller im Restaurant und teilen uns die Inhaltsstoffe mit. Jeder Zeit alle Infos vom Teller direkt auf eine App oder über den 3D Drucker Erbsen und Fleisch direkt auf den Teller gedruckt – in Weihenstephan schon möglich und es schmeckt.

Alles Personalisiert, unsere Krankenkasse weiß alles über uns und unser Lebensverhalten, Bonuspunkte sammeln wird zum Sport??

Junge Leute lassen sich versorgen und kochen nicht mehr selbst. Das ist der Markt von Morgen!

Eben noch im Inkubator – jetzt auf dem Teller. Das ist die Zukunft im Großen. Damit wird Regionalität immer interessanter und bedeutender.

Ein spannender Vortrag mit viel Zukunftsmusik und für mich fehlt irgendwie der Geruch von Erde und das Gefühl dem Boden was Großartiges entlockt zu haben.