09.07.2019 Kategorie: Aktivitäten KBV

Unter diesem Aspekt stand das Gespräch mit drei Vertretern des Tierschutzvereins Nördliches Sachsen-Anhalt und dem Kreisbauernverband Stendal e.V.

Um der Diskussion Raum zu geben, schlugen wir vor, uns bei Familie Thomsen in Düsedau zu treffen. Hier direkt bei den Tieren begannen unsere sehr konstruktiven und fachlichen Gespräche. Natürlich kamen Fragen zur Gülle und der Verseuchung des Trinkwassers auf. Wir konnten Entwarnung geben, das Trinkwasser im LK Stendal ist in einem guten Zustand, die Landwirte mittlerweile mit einer Technik zur Gülleausbringung ausgestattet, die den wertvollen „Saft“ direkt an die Pflanze mit dem Bedarf, den sie hat, ausbringen.

Ein Thema zum Tierwohl war der Umstand der Tierhaltung in Demker, die Vorsitzende des Tierschutzvereins unterstützt Einbrüche und Kamera Anbringungen in Ställen bei Verdacht auf nicht ordnungsgemäße Tierhaltung.

Wir als Verband distanzieren uns von solchen Haltungsbedingungen, aber auch von Stalleinbrüchen, bei denen die „Aktivisten“ erst Wochen später nach RTL Auftritten und Pressemeldungen aktiv bei den Ämtern die Tatsachen anzeigen.

Tierwohl heißt auch, sofortiges Handeln für die Aufdecker der Taten und nicht Spenden sammeln und dann helfen.

Für diese Aussage fanden wir Bestätigung bei unseren Gästen.

Kastenstände und die damit verbundene Produktion von Billigfleisch folgte als nächstes Thema. Unseren Gästen war nicht bewusst, dass Landwirte die neue Stallanlagen bauen, dies auf vorhandene gesetzliche Grundlagen tun. So sind auch die Schweineställe mit ihren Kastenständen, genehmigte Bauten nach gesetzlicher Grundlage. Die Politik in unserem Lande versagt komplett, bei der Frage zu den Kastenständen. Verlässlichkeit ist das Schlagwort für die Landwirte mit Tierhaltung, gesetzliche Regelungen, die 20- 30 Jahre Bestand haben, sind notwendig, um die finanzielle Situation im Griff zu halten.

Das Wort Billigfleisch oder gutes und schlechtes Fleisch, konnten wir so nicht stehen lassen. Landwirte arbeiten nach guter fachlicher Praxis und produzieren Lebensmittel nach hohen Standards. Deutschland ist hier mit seinen Kontrollsystemen wie QM und QS weltweit führend

Der Handel bestimmt den Preis und der Verbraucher entscheidet sich für günstig angebotene Ware, oder für Ware aus regionalem Anbau und Vermarktung.

Wir waren uns einig, dass die Politik hier eingreifen müsste.

Keine Werbung auf Lebensmittel, ein guter Standardpreis nicht unter dem Herstellerpreis – kein Preisdumping.

Der Bauer erhält nicht die Wertschätzung und den Preis für seine Produkte, das ist die Crux an der Geschichte. Sein Einfluss auf die Vermarktung ist gleich null, es sei denn er vermarktet selbst.

Der Verbraucher ist nicht immer in der Lage hohe Preise zu bezahlen, aber ein hohes Bildungsniveau stärkt das Bewusstsein dazu.

Am Ende der Diskussion sind wir zu dem Fazit gekommen, dass der Verbraucher entscheidet, ob und wie Tiere gehalten werden können. Gute Haltungsbedingungen mit viel mehr Platz, Außenbereichen, exzellente Bedingungen kosten Geld und bringen den Landwirt ohne eine Preiserhöhung in den finanziellen Ruin. Die Initiative Tierwohl hat ja gezeigt, dass Landwirte sofort die Bedingungen ändern können, wenn der Kosten- Nutzenfaktor im positiven Bereich liegt.

Wir danken dem Tierschutzverein für ihre offenen und klaren Fragen, nur so können wir das Bild der Landwirte wieder zurechtrücken, dass durch viele fake news in Schieflage geraten ist.

Redet miteinander – das schafft Klarheit.