15.12.2020 Kategorie: Aktivitäten KBV

Die Ortsvorsteherin von Wahrburg, Frau Radtke, lud die Betroffenen am 14.12.2020 zum Bahnübergang Tornauer Straße in Wahrburg ein. Der Bürgermeister von Stendal, Vertreter der Stadt Stendal, Vorsitzender des Anglerverbandes, Landwirte und wir als Berufsvertretung, die Jägerschaft, Einwohner und Gartenparzellenbesitzer kamen zum Termin. Auf der „Gegenseite“ war die Deutsche Bahn vertreten, die einen Antrag auf Schließung des Bahnüberganges stellen möchte und nun versucht einen Konsens zu finden.

Wahrburg wird als Ortschaft an sich schon durch die Eisenbahnstrecken getrennt wie Berlin einst durch die Mauer. Nun auch noch die wenigen Übergänge zu dezimieren, versteht niemand. Landwirtschaftliche Fahrzeuge sind im letzten und diesem Jahr weite Wege gefahren, um ihre Flächen zu bewirtschaften, teilweise durch verkehrsberuhigte Zonen an Schulen und Kindergärten vorbei. Dies war sehr kostentreibend. Die Bahn möchte darauf mit Kompensationsgeld reagieren, konnte aber keine konkreten Details auf den imaginären Tisch packen. Die Möglichkeit kam nicht in Frage, da noch sehr viel mehr Beteiligte hier kompensiert werden müssten.

Verschiedene Varianten zum Erhalt des Bahnüberganges wurden vor Ort diskutiert.

Da die Halbschranken aus sicherheitstechnischen Gründen den Anforderungen nicht mehr Stand halten, kam der Vorschlag, eine Vollschranke zu installieren. Ist möglich so die Auskunft der DB, dauert jedoch 3-4 Jahre. Warum? Es muss ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden und da dreht sich die bürokratische Schleife.

Landwirte hätten sicherlich die alte Halbschranke demontiert und an gleicher Stelle eine Vollschranke hingesetzt (Arbeitszeit vielleicht 2-3 Tage) aber so läuft es im Bürokratismus nicht.

Auch die anderen Vorschläge hielten die DB Vertreter für nicht realisierbar.

Die Fronten sind verhärtet, der Oberbürgermeister wird dem Antrag auf Bahnübergangsschließung nicht zustimmen und somit werden, wie seit dem 8.12.2020 schon praktiziert, 2 Personen die Überwachung des Bahnüberganges solange übernehmen, bis eine andere Lösung gefunden wird.

Dies wird wohl erst mit dem Bau des 2. Gleises bzw. dem Ausbau Knoten Stendal-Uelzen erfolgen, hier ist der Baubeginn für 2025 vorgesehen. Eine lange Zeit für die Bahnaufseher.